11/04/10

[Reviews] Twitter Clients für MacOSX im Test

Wer kennt sie nicht – die verzweifelte Suche nach dem Einem, dem richtigem und komfortabelsten  Client …. für Twitter – was denn sonst ;)

Um euch die Suche und Auswahl etwas zu vereinfachen möchte ich euch hier die mir bekannten Twitter Clients unter Mac OS X vorstellen, werde euch Vor- und Nachteil nennen und versuchen das ganze so Objektiv wie möglich zu halten.

  • Kiwi (getestet unter v.1.2.2) <-NEW
  • Socialite (getestet unter v1.06)
  • Tweetie (getestet unter v1.2.6)
  • Echofon (getestet unter v0.99.5)
  • Twitt (getestet unter v1.1)

Kiwi:

Gleich zu Beginn war ich total beeindruckt von dem App. Geniale Features die keine andere Twitter-Client zu bieten hat und die einfache Bedienung haben es mir angetan.

Gleich mal zu den Spezial Features die Kiwi zu bieten hat:

  • Account Overview

Ein kleines Fenster das IMMER im Vordergrund steht und über jedem Fenster liegt zeigt alle aktiven Accounts bzw. überwachte Accounts über die man Informationen einholen will oder immer aktuelles wissen will. Per Klick auf die Symbole erscheint das Hauptfenster und wechselt dort in die entsprechende Ansicht die die gesamte Timeline nur die Mentions oder die Direkten Nachrichten zeigt. Das Accountfenster lässt sich in der vollen Version nach belieben erweitern – Ganze “Suchen” lassen sich ebenfalls in das Fenster integrieren.

Sind neue Tweets verfügbar, so erscheinen rote Punkte über den Symbolen:

Neue Twitter-Accounts oder Info-Accounts lassen sich über die Einstellungen einbinden: (In diesem Fall eine Twitter User Info)

Hierbei sind folgende Optionen möglich:

  • Customizable Toolbar

Die gesamte Toolbar im Hauptfenster lässt sich nach belieben verändern und bearbeiten. So lassen sich Buttons für neue Tweets einfügen lassen, oder Retweets, DMs, Mentions, Timeline und noch vieles mehr:

  • Themen

Das Ganze App wurde so aufgebaut, dass es Unmengen an Themen gibt die das komplette Aussehen des Apps verändern. Gleich beim Erststart ist es möglich einen Auszuwählen. Weitere lassen sich direkt von der Homepage herunterladen (Klick). Positiv hier zu erwähnen, dass man sogar seine eigenen Themes bauen und benutzen kann. Hierfür lässt sich die vom Entwickler zur Verfügung gestellten API zur Anwendung bringen (Klick)

  • Inline-Pic

Von Usern getweetete Bilder werden direkt In-Line im App angezeigt:

Bei einer Mouseover-Aktion wird das Bild zusätzlich noch vergrößert:

Ist dies noch nicht genug, kann man per Klick das gesamte Bild in einem von Mac OS X bekannten “QuickView” Fenster betrachten.

  • Regeln –> Tipp für Grabi ;)

Das Wohl interessanteste an dem App sind die Regeln die man setzen kann, hierbei durchsucht das App die Tweets nach auftauchenden Phrasen die man zuvor festlegt – Wird eine gefunden können definierte Aktionen durchgeführt werden.

Zum Beispiel blendet man einfach alle DSDS Tweets aus:

Und schon muss man sich nicht mehr von DSDS Tweets gestört fühlen ;)

Neue Tweets werden mit einem Orangen Marker versehen:

Mention Tweets oder Antworten werden mit einem Grünen Marker versehen:

Neue Tweets erreicht man über Tastenkürzel (Es gibt für alles und jede Funktion Kürzel – Mac OS like – Ein Wahnsinn) oder über das Symbol am unteren Ende des Hauptfensters bzw. über die Toolbar sofern der entsprechende Button eingefügt worden ist:

Über das Fenster dass dann erscheint lassen sich neue Tweets verfassen. Verfügt über automatisches URL-Shortening und es lassen sich auch Fotos hochladen

Beim URL Shortening lässt sich unter folgenden Hostern auswählen:

  • Thur.ly
  • Bit.ly
  • Ke-Wi

Beim Pic-Upload lässt sich unter folgenden Hostern auswählen:

  • TwitPic
  • yFrog
  • Posterous

Die erhältliche Demoversion schränkt die Nutzung des Apps dahingehend ein, dass über dem Fenster ein Banner liegt und nur 2 Accounts eingebunden werden können

Kiwi Resumè:

Positives:

  • Übersichtlich
  • Account Window
  • Inline-Pics
  • Regeln
  • Themen
  • Customizeable Toolbar
  • Demoversion mit ein paar Einschränkungen
  • Hosterauswahl beim URL Shortening als auch beim Pic-Upload

Negatives:

  • Manchmal ruckelig, wenn die Einstellung getroffen wurde, dass bei erreichen des obersten Tweets alle als gelesen markiert werden
  • Leicht höhere CPU Auslastung als bei anderen Clients

Socialite:

Verfügt über viele Features und kann etliche Dienste darin einbetten unter anderem: Digg, Facebook, Flickr, Google Reader, RSS Feeds, Twitter

Hier ist vor allem sehr umständlich dem App den Zugriff auf Twitter zu gewähren. So müssen folgende Punkte erledigt werden:

  • Hinzufügen eines Twitter Accounts

  • Einloggen über das App in den Account
  • Generierung eines PIN Codes
  • Eingabe des PIN Codes in Socialite

Ist dies alles erledigt werden sämtliche Nachrichten sofort geladen und man wird – sofern GROWL installiert – mit einem Bildschirm voller Update Meldungen überhäuft.

Großer Vorteil bildet die Seitenleiste, die alle aktivierten bzw. eingefügten Accounts anzeigt (Accounttyp wird mit jeweiligen Icons gekennzeichnet)

Große Vorteile bieten die auf Knopfdruck erreichbaren Bereiche (Mentions, direct Messages etc). Was vor allem unter anderen Clients nicht der Fall ist bietet Socialite einen Menüpunkt zum Ansehen aller Retweets sämtlicher Follower und Followed Personen.

Größter Nachteil am App ist das Große Fenster, das doch einen relativ großen Bereich in Anspruch nimmt. Weiterer Nachteil sind die angezeigten Nachrichten:

Wie hier deutlich erkennbar werden nur neue als “ungelesen markierte” Nachrichten hervorgehoben und hell angezeigt. Sämtliche anderen Nachrichten werden verdunkelt und sind teilweise schwer lesbar.

Steuerung wie Antwort, Favorisieren oder Mentioning erfolgen über die an den Rand gepatzten Steuersymbolen bei denen man auf den ersten Blick nichtmal weiß zu was die eigentlich alle gut sind:

Socialite Resumè:

Positives:

  • Übersichtlich
  • Anzeigefunktion aller neuen “ungelesenen” Nachrichten
  • Einbindung mehrerer Dienste
  • Retweets aller Follower
  • Growl Unterstützung

Negatives:

  • Großes Fenster
  • Nichtlesbarkeit “gelesener” Nachrichten
  • Unübersichtlichkeit der Steueroptionen von Tweets
  • Photoupload über Preference Pane (erst zum Schluss gefunden)
  • Autorelaod funktioniert teilweise nicht
  • Kostenpflichtig (Demo-Version aber vorhanden)

Tweetie:

Tweetie überzeugt gleich zu Beginn mit einer aufgeräumten Oberfläche und kommt mit wenig “SchnickSchnack” aus. Einloggvorgang bedarf keiner Erklärung – absolut DAU sicher!

Wesentlich gewöhnungsbedürftig sind Interagierungen die mit Doppelklick ausgeführt werden müssen. So muss man, um nur seine eigenen Tweets sehen zu wollen, einen Doppelklick auf das Userlogo ganz oben in der Steuerleiste klicken.

Das Symbol um einen neuen Tweet abzusetzen versteckt sich ziemlich gut, und kann am untersten Punkt des App-Fensters am linken Rand entdeckt werden. Egal ob man auf einen Tweet antwortet oder einen neuen verfasst so erscheint ein neues kleines Fenster:

Das Fenster kann ab und an im Hintergrund verloren gehn und taucht manchmal an den verschiedensten Stellen auf. Um direkt Fotos mit einem Tweet zu uploaden Bedarf es einen Klick auf den Button neben dem Absendebutton, darunter Verstecken sich einige Optionen die man zu vornehmen kann (zBsp. Fotos auswählen)

Ansehliche Animationen beim Wechsel zwischen den “Tabs” um Mentions oder direct Messages zu sehen lassen das ganze App noch ein bisschen netter wirken, auch wenn diese Überflüssig wären ;)

Um Tweetie allerdings in vollen Zügen genießen zu können ist auch hier ein gewisser Betrag zu entrichten um eine Lizenz zu erwerben um keine Werbung zwischen seinen Tweets zu sehen:

Tweetie Resumè:

Positives:

  • Übersichtlich (weniger als Socialite)
  • Kommt ohne viel drumherum aus
  • Schnell
  • Growl Anbindung
  • Design
  • Werbung anstatt Trial Version

Negatives:

  • Doppelklick Aktionen
  • Versteckte Funktionen die man Suchen muss

Echofon:

Echofon übertrumpft alle bisher vorgestellten Clients mit seiner absoluten Einfachheit. Das App ist somit von der Fenstergröße am kleinsten von allen und baut nur auf seine Funktionen auf. Auf Design und Aussehen wurde wenig wertgelegt

Um Bilder auf Twitpic oder ähnliches hochzuladen muss man einfach das Bild in den Bereich ziehen wo man einen neuen Tweet absetzt, weiters lassen sich bit.ly Accounts einbinden der eingefügte Link kürzt sich automatisch.

Um neue Tweets abzusetzen ist einfach in die Textbox zu klicken, zu tippen und mit Enter zu bestätigen. Mentioning erfolgt per Klick auf die Antwortsymbole neben den Tweets – es wird automatische @<user> in die Textbox eingefügt

Sehr positiv hervorzuheben ist die Anzeige von Antworten der Follower (Mentioning) von einem selbst. So markiert in der Scrollbar pro Antwort ein grüner Strich diesen Tweet. Weiters werden diese Tweets auch in der Timeline grün hinterlegt. Neue Nachrichten werden durch einen blauen Hintergrund hervorgehoben.

Dadurch dass Echofon auch am iPhone vertreten ist, lassen sich diese beiden Apps über die eingebaute Sync Funktion über das App synchronisieren, dies ist jedoch nur in der Pro-Version möglich.

URL’s werden, sofern in den Einstellungen der Haken gesetzt, automatisch geshortet (bit.ly) – Es muss nicht extra ein Button dafür geklickt werden.

Die Anzahl der neuen Tweets in der Timeline oder direkter Nachrichten werden in kleinen Zahlen unter dem jeweiligen Icon in der Steuerleiste angezeigt – und auch wenn diese Anzeige oft verrückt spielt und die Zahlen ab und an nicht mehr verschwinden, außer man klickt 2x darauf, ist es ein tolles Feature.

Echofon Resumè:

Positives:

  • Simple Oberfläche
  • Einfache Bedienung
  • Einbindung von bit.ly
  • Synchronisierung mit iPhone
  • Automatisches URL Shortening
  • Growl Einbindung
  • Freeware ohne Werbung

Negatives:

  • NUR bit.ly Einbindung – keine anderen Hoster
  • Autoreload funktioniert manchmal nicht – manuelle Aktualisierung nötig
  • Seit Heute, 13.04.10 kostenpflichtig, ansonsten mit Werbung!

Twitt:

Wie auch bei Echofon kommt dieses App mit einer kleinen aufgeräumten Oberfläche daher. Was andere Clients nicht schaffen, hat Twitt geschafft – Minimierung der Oberfläche auf rein essentielles. Irrelevantes wurde aus dem App verbannt.

Die Bedienung ist denkbar einfach, auch wenn sich ein paar der Features ziemlich verstecken so konnte mir keines unentdeckt bleiben…

Gleich beim Start wird man aufgefordert seine Logindaten einzugeben um sich mit Twitter zu verbinden

Hier folgte bei mir gleich zu Beginn ein Problem: Es könnte an LittleSnitch (Firewall) liegen, die auf Nachfrage zuerst die Verbindung blockiert hatte. Aber das App konnte mich nicht einloggen und zeigte im Nachrichtenfenster eine demensprechende Fehlermeldung – Sollte dies bei euch auftreten, so geht bitte in die Einstellungen des Apps und wählt den Reiter Accounts aus. Selektiert euren Account und klickt wenn nötig auf “Logout”. Anschließend klickt auf “Edit” und tippt euer Kennwort in das entsprechende Feld ein. Danach klickt auf speichern und dann auf “Login” – Danach sollte der Loginvorgang erfolgreich abgeschlossen werden.

Sehr positiv zu erwähnen ist, dass wie in Tweetie bereits beschrieben per Knopfdruck alle eingefügten Links in das Textfeld “geshortet” werden können. Weiters erlaubt Twitt über dasselbe Kontextmenü, das über das kleine Zahnrädchen rechts unter dem Nachrichtenfenster erreichbar ist, direkt Fotos und Bilder hochzuladen:

Twitt überrascht mit einem netten Feature, dass sich in den Einstellungen verbirgt:

So kann man zum URL shorten 2 Hoster auswählen (wobei man sagen muss das j.mp von den gleichen Machern wie bit.ly ist ;) ):

  • bit.ly
  • j.mp

Und auch zum Hochladen für Fotos lässt sich aus 2 versch. Hostern einer auswählen:

  • Twitpic
  • yFrog

Der größte Nachteil des Apps ist wohl der, dass das App nur in den Einstellungen eine voreingestellte Anzahl an Tweets hereinlädt. Beim hinunterscrollen des Fensters stößt man mit den Standard-Einstellungen bereits nach 20 Tweets an seine Grenzen. Einzige Möglichkeit besteht diese Zahl auf maximal 200 Tweets zu erhöhen.

Antworten auf Tweets verbergen sich nicht nur, man muss auf das Pic des Users in dem Nachrichtenfenster klicken um die gewünschten @<user> Phrase im Textfeld vorzufinden. Und Funktionen wie Favorisieren, Retweeten oder Ansehen des Profils (das übrigens im App nicht geht, sondern ein Browserfenster öffnet) verstecken sich buchstäblich hinter den Userbildern – Diese werden nämlich erst dann eingeblendet wenn man für kurze Zeit den Cursor über dem Bild ruhen lässt:

Potenzial hat das App allemal, und auch wenn es noch in Kinderschuhen steckt, so kann daraus sicher ein erfolgreiches Projekt werden – mal sehn was sich daraus noch entwickelt. ;)

Twitt Resumè:

Positives:

  • Simple Oberfläche
  • Kleine Oberfläche
  • Freeware (Donate zum Unterstützen der Entwickler)
  • Mehrere Hoster (Upload, Shortener)
  • Growl Einbindung

Negatives:

  • Versteckte Funktionen (Retweet, Mentioning)
  • kein flexibles nachladen von Tweets, bei erreichen vom Ende des Nachrichtenfensters
  • Teils zu graue Textfarbe – Lesbarkeit wird eingeschränkt

Resumè aller derzeit getesteten Apps:

Im Großen und ganzen ist keines der Apps schlecht. Einige bieten mehr, andere weniger. Viele Features sind toll und bieten Anreiz auf mehr.

Ich hoffe ich konnte einen kleine Überblick über die Apps schaffen und ev. den einen oder anderen dazu bringen einen Client zu testen.

16 Kommentare

  1. Beide Tweetie-Versionen (Desktop und iPhone) werden in kürze kostenlos angeboten, da es ja der standardmäßige Client für Twitter wird!

      • @Grabi, naja, finde es fast unlogisch wenn er jetzt bei Twitter arbeitet und dort zwar den iPhone Client weiterentwickelt aber der Desktop-Client unter der Hand von Atebits bleibt!? ;) Schließlich hat er ja „Tweetie“ an Twitter verkauft!? :/

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