13/07/10

Blogbeiträge und die schnelllebige Gesellschaft

Früher habe ich mir oft und auch sehr gerne Artikel durchgelesen in Blogs und auf anderen Portalen von enormer Länge, weil diese gut recherchiert waren und daher auch sehr informativ. Doch immer mehr ertappe ich mich dabei, dass wenn ich einen Artikel mit enormer Länge vorfinde nur den Artikel überfliege und mir so das “wichtigste” rauspicke. Bei Artikel welche wirklich großes Interesse in mir wecken werden natürlich vom ersten Buchstaben bis zum letzten nachwievor durchgelesen.

Nun frage ich mich natürlich warum dies so ist.

Eine Erklärung steckt für mich hinter den Twitter/Identica. Man bekommnt kompakt das wichtigste in 140 Zeichen zusammengefasst. Man muss nicht mehr alles ausformulieren, sondern schreibt kurz und prägnant um was es geht.

Wenn man sich meine (Grabi) Blogbeiträge in letzter Zeit durchlest sind diese auch in der Regel wirklich kurz gehalten und enthalten nicht unbedingt große Ausschweifungen wie ich finde.

Meine Meinung dazu. Ich finds nicht schlecht. Man bekommt die Information was man will / braucht – will man mehr fragt man halt. Gibt ja nicht umsonst Kommenntare.

Jedoch frage ich mich wie dies so gekommen ist, wie schon oben geschrieben liegt es eventuell an diesem Web 2.0 (obwohl ich das Wort für nicht geeignet halte).

Nun die Frage an euch – wie denkt ihr drüber?

10 Kommentare

  1. Geht mir so ziemlich genauso, wenn ich im uu -planeten eine interessante Überschrift lese, der Artikel aber zu lang aussieht, lege ich mir höchstens ein lesezeichen um ihn später zu lesen, was ich dann aber dich nie mache… da fehlt einfach irgendwie die Lust

  2. Hi,

    das ist doch einer der Punkte beim Wandel des Lesens.

    Früher hat man Texte gelesen. Heute “Scanned” man sie nach informationen durch.

    Ich persönlich denke, dass man sterben würde, wenn man das “Internet” komplett lesen würde, allerdings sollten wir alle aufpassen, dass es nicht zu schlimm wird.

    Es gibt Berichte von ca. 15 Jährigen die keinen Film mehr anschauen sondern nurnoch Sendungen die ne dreivietel Stunde gehen, weil sie sich nicht lange genug konzentrieren können.

    Mein Fazit also: Durchscannen ist o.k. solange man sich ab und zu noch – ganz bewusst – hinsetzt und ein Buch oder einen komplexeren Text ordentlich ließt, damit man selber (und nachfolgende Generationen) das Lesen nicht verlernen.

    Grüße Thoys

  3. Nun ja, ich glaub eben wie du auch, dass die Gesellschaft immer schnelllebiger wird. Jeder will so schnell wie möglich die neuesten News haben. Und wenn er die bei einem nicht bekommt, hat er im Zeitalter von Twitter je nachdem wie vielen er followed die Möglichkeit sich die Info überall anders zu beschaffen.

    Ich führe auch seit kurzem wieder ein Blog und starte demnächst ein neues Projekt und merke gerade wieder, dass die Leute auf den Artikel meistens in Twitter antworten. Nachteil daran: das Blog sieht dann aufgrund der Kommentare (welche meistens in richtung Null gehen) so langweilig für neue Besucher aus. Doch stattdessen wird der Blog ja nicht mal so schlecht besucht was aber der User meist nicht merkt wenn er dir nicht in Twitter followed.

    Ewiger Teufelskreis! ;)

    • @Kevin, Ich habe hier auch noch mindestens 10 Filme rumliegen, die ich noch gucken möchte, ertappe mich aber immer dabei dass ich mir lieber eine Serie angucke von 2×20 oder 40 Minuten. Ich habe aber bei mir das Gefühl, dass das eher am Zeitmanagment liegt. Ich gucke die Filme/Serien immer Abends und habe deshalb mit Serien ein flexibleres Zeitmanagment wenn ich schlafen möchte. Und Filme unterbrechen ist auch doof

  4. Ich glaube das liegt auch an der Darreichungsform, in der heutige Artikel daher kommen.
    Wer liest schon gerne Artikel aus WordPress & Co, die dank Smartphone-Layout mit 10cm Breite einfach den Lesefluss hemmen?
    Verschiedene RSS-Reader lösen das ja mittlerweile. Aber auch dank dem neuen Safari-Reader und verschiedenen Plugins für Chrome und Firefox, ist man auf diese dämlichen Layouts in Zeiten der großen 16:10-Bildschirme nicht mehr angewiesen.
    Auch finde ich es immer sehr hilfreich für das Lesen, wenn Artikel durch Bilder unterbrochen werden.
    Aber gerade bei langen Artikeln ohne Bilder, wie sie etwa auf netzpolitik.org oft vorkommen, schwenke ich auch oft auf das überfliegen um. Vielleicht würden ja eBooks den unnatürlichen Bildschirmlesevorgang verbessern.
    Als Ursache könnte auch der immer stärker werdende Informationsfluss in Frage kommen. Man erwischt sich einfach immer wieder dabei, wie neue Blogs, Webseiten und sonstige RSS-Feeds in den Feed-Reader einziehen.
    Twitter würde ich da noch als eine Art Informationsfilter sehen. Da die uns nahe stehenden Personen zwar Quellen erschließen und uns darbieten, dies aber vorgefiltert geschieht. Das hilft ein bisschen gegen die Informationsüberflutung, wenn man dementsprechend die eigenen, täglich angesteuerten Informationsquellen vermindert.

    • @hans, Klar einerseits hat man “Filter” – andererseits hat man wieder soviele Filter das ein kompletter Überflüss an Infos herrscht! Aber anscheinend wollen wir dies so.

  5. Verdammt, ich erwische mich gerade dabei! Aber jetzt zwing ich mich alles zu lesen ;)

    Bei mir ist es ähnlich wie bei euch^^…täglich ziehen neue Feeds in meinen Reader ein, alle sehr interessant. Allerdings wollen sie fast täglich gelesen werden, was ziemlich zeitintensiv ist…Dadurch kommt es bei häufig mir zum Überfliegen, leider.
    Ich denke, Planeten sind dabei auch eine gute Möglichkeit, Interessantes zusammenzufassen

  6. Pingback: Zuviele Informationen? | Technical-Life

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