Seit ein paar Wochen ist nun der Hashtag #bloggergate unterwegs. Lange hatte ich mir überlegt ob ich dazu etwas verfassen will oder nicht. Schlussendlich habe ich mich nun doch dafür entschieden, da ich einfach mal meine Meinung dazu kundtun will.
Wieso gibt es Blogs?
Damit meine ich nicht generell sondern für mich persönlich. Für mich sind Blogs die perfekte Ergänzung bzw. mittlerweile Ersetzung der typischen Nachrichtenseiten. Ich habe viele Blogs bzw. deren Feed abonniert um täglich mit den neuen Nachrichten der IT und dem Web versorgt zu werden. Blogs gefallen mir eben weil sie nicht nur Nachrichten aufbereiten sondern oft auch wichtige Tipps darbieten, welche man so nirgends lesen kann. Zum Beispiel Links oder Hardwaretipps.
Zusammengefasst sind Blogs für mich eine Nahrung an Informationen, auf welche ich nicht mehr verzichten will.
Wer steckt dahinter und warum?
Hinter Blogs stecken Menschen, genauer gesagt Blogger. Wenn sich ein Blogger nun eine Menge Mühe gibt und jeden Tag Content aufbereitet und veröffentlicht hat er sich es verdient, dass er damit Geld verdient. Dies kann durch verschiedene Arten passieren. Linkaustausch, Bannerwerbung, bezahlter Review usw. Dies ist allerdings nicht das “Warum” warum ein Blogger bloggt. Er bloggt, weil es ihm Spaß macht und erfreut sich an Kommunikation mit den Lesern durch Kommentare oder ähnliches.
Natürlich gibt es auch “Blogger” welche durch Contentklau viele Besucher auf die Seite locken und dadurch Geld verdienen, dies ist allerdings für mich kein richtiger Blogger sondern eher ein Täter!
Der Sturm
Nun wurde vor wenigen Wochen unter dem Stichwort “Bloggergate” ein Sturm ausgelöst, welcher eigentlich gar keiner war. Der Blogger Sascha Pallenberg von netbooknews.de / .com hat eine bisher geheime Liste zugeschickt bekommen. Auf dieser Liste standen Blogs bzw. deren Werbepartner welche bestimmte Keywords bzw. Links gepusht haben. Die Blogger dahinter liesen sich bezahlen, was in Ordnung (für mich) ist wie bereits oben beschrieben, jedoch hatten sie diese bewussten Links&Keywords nicht als Werbung deklariert sondern als ganz normalen Link.
Ansich eigentlich keine große Sache, so wie ich finde. Wenn dahinter allerdings eine Firma steckt welche dann auch noch Knebelverträge ausmacht ist dies nicht mehr in Ordnung. Mehr dazu hier.
Was wissen wir bisher?
Einige Blogger bekamen Geld für bezahlte Links und Keywords. Dahinter steckt ein Unternehmen welches mit Knebelverträgen die Blogger zum Schweigen bringt. Ansich keine große Sache, die Blogger bekamen Geld für ihre Arbeit. Wie ich finde sollte man nicht die Blogger an den Pranger stellen, sondern wenn überhaupt die Firma die die Knebelverträge gemacht hat.
Der Sturm und dessen Folgen
Mittlerweile hat sich der Bloggergate ein wenig weiterentwickelt. So dient als Ausgangsbasis ein Artikel auf Spiegel Online, welcher von Frank Patalong veröffentlicht wurde. Dieser wurde von Sascha Pallenberg zuvor als “Flachpfeiffe” abgestempelt. In diesem Artikel wurde eine Vermutung angestellt, warum Sascha Pallenberg dies alles in dieser Weise veröffentlicht hat. Hier wird ein Informant, allerdings nicht namentlich, erwähnt welcher behauptet das Sascha Pallenberg ein neues nicht bekanntes Projekt starten will und daher den “Bloggergate” angestoßen hat.
Nun hat sich Sacha Pallenberg zu Wort gemeldet mit der Aussage, dass Pascal Wepner der geheime Informant sei. Dieser bestreitet dies allerdings wehement. Mittlerweile exisitert dazu ein Blogpost wo auch ein Nachrichtenverlauf gezeigt wird, welcher trauriger/grausamer nicht sein kann.
In diesem Beitrag werden auch nähere Informationen über das angeblich neue Blogprojekt von Sascha Pallenberg gezeigt.
Muss das alles sein?
Ich frage mich mittlerweile wirklich ob das alles sein muss. Leute wir sind Blogger. Im Prinzip sitzen wir alle im gleichen Boot und sollten eigentlich zusammenhalten. Eigentlich eine traurige Sache, dass man sich gegenseitig eine Schlammschlacht bietet, welche nur über dem Leser ausgetragen wird. Vergesst dies nicht, der Leser entscheid über euren Erfolg/Misserfolg. Diese Geschichte hat mittlerweile einen faden Beigeschmack an künstlicher Erfolgsbeschaffung.
Die ganze Geschichte und deren Folgen kann man bei t3n.de sehr gut nachlesen/vollziehen.
Ich kann zwar nicht wissen, was da genau vorgefallen ist, aber wenn man das alles liest, muss man schon sagen, dass das eine unschöne Geschichte ist. Ich weiß auch nicht was die tatsächlichen Beweggründe waren, diesen “Tsunami” anzustoßen.
Ich denke, dass man beide Sachen trennen sollte. Ein fader Beigeschmack ist bei dieser Geschichte ohne Zweifel da.
Und rein sachlich gesehen?
Wenn es stimmt, dass hier z.T. Links für Geld verkauft wurden, finde ich das schon ein starkes Stück. Ich will dazu noch mal kurz einer Pressemitteilung aus einer Pressemitteilung des Beschwerdeausschusses des Deutschen Presserates vom 3.12.2010 zitieren:
““Ziffer 7 – Trennung von Werbung und Redaktion
Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein.””
Mehr Info (und Meinung) dazu in meinem Artikel: http://netz10.de/2011/01/31/bloggergate/
@linuxnetzer, Danke eine rechtliche Seite hatte ich bisher nicht bedacht!
Gute Zusammenfassung; danke für die weiterführenden Infos dazu. Hatte mich schon gefragt, was das ganze soll…
Ein kleiner Verschreibser hat sich aber bei dir eingeschlichen: vehement wird mit V, nicht mit W, geschrieben
Gruß,
Pyro
Speziel mit dem letzten Absatz hast du sehr recht. Dazu kommt halt auch, dass niemand gezwungen ist irgend ein bestimmtes Blog zu lesen. Das hier ist das Internet, mach das Tab zu und geh’ wo anders hin, wenn dir was nicht passt.