Bereits drei Wochen ist es her, dass ich nun das HTC Incredible S mein Eigen nennen kann. Das Gerät war von Anfang an gedacht als Vergleichsgerät zum iPhone 4. Nein nicht unbedingt Hardwaremäßig (auch wenn es hier auch gut mithalten kann) sondern eher softwareseitig. Android und iOS sind im Prinzip zwei komplett verschiedene Welten.
Auf beiden Seiten gibt es Anhänger, auf beiden Seiten gibt es richtige Freaks die alles andere schlecht machen obwohl sie es gar nicht kennen. Genau diesen Fehler will/wollte ich nicht machen und hab daher immer meine Augen offen. Vor einigen Monaten kam daher ein Nexus S ins Haus, nun wurde dies durch das HTC ausgetauscht.
Bilder und ein kurzes Fazit konntet ihr schon vor drei Wochen von mir lesen. Heute habe ich nun wieder die SIM-Karte vom HTC ins iPhone gesteckt, daher folgt heute eine Art Schlussabrechnung. Klar werde ich das HTC weiterhin verwenden und dies wohl auch sehr gerne, aber die “heiße” Testphase ist erstmal vorbei.
Die Form
Ein Smartphone muss einfach eine gewisse Größe aufweisen, dass es überhaupt ein Smartphone werden kann. Zumindest meiner Meinung nach. Es darf allerdings auch nicht zu groß sein, Hauptmerkmal ist dabei, dass ich es noch immer mit einer Hand bedienen kann.
3,5 ” sind mir zu klein, 4,3 ” zu groß, was bleibt da noch? Richtig genau 4″ und die hat das HTC Incredible S. Diese Größe sagt mir bei einem Smartphone (ohne Hardwaretastatur) richtig zu.
Die Haptik
Schon beim Bestellen des Geräts habe ich mich gefragt, was dies denn für eine eigenartige Oberfläche des Deckels ist. Kein direktes Plastik aber auch kein Glas wie beim iPhone. Beim ersten Anfassen dann verstand ich das. Es ist eine Art Anti-Rutsch-Gummi, fühlt sich sehr angenehm an und entschärft die Gefahr, dass einem das Gerät aus den Händen gleitet. Auch wenn es mal irgendwo schief darauf liegt, es rutscht nicht so schnell weg und sieht dabei (trotz Funktionalität) noch einigermaßen gut aus. Solche Hüllen gibt es auch für das iPhone, ich kenne allerdings keine Hülle welche nicht innerhalb von zwei Wochen diese Anti-Rutsch-Oberfläche verloren hat oder wo sich diese Oberfläche nicht abgenutzt hätte. Beides ist beim HTC nicht der Fall, nach drei Wochen ist die Rückseite noch immer so schick wie am Anfang. Keinerlei Spuren sichtbar, obwohl das Handy nicht einmal eine Schutzhülle gesehen hat.
Weiters ist zur Haptik zu sagen, dass ich das haptische Feedback mittels Vibrieren immer gehasst hatte. Es hat für mich einfach nichts störenderes beim Tippen gegeben, eigenartiger Weise ist dies beim HTC nicht mehr so. Vielleicht liegt es an HTC, vielleicht an Android. Das Feedback fällt nicht mehr so scharf aus, sondern ist nur ein leichter Ruckler, welcher sich angenehm gestaltet.
Das Display
4″ wollen ausgenutzt werden, dank HTC Sense wird auch gemacht. Die Grafiken von HTC Sense passen (wie man sich denken kann) perfekt zum Gerät und sehen sehr ansprechend aus. Abseits von HTC Sense kann das Display mit einer guten Helligkeit punkten, die Farben sind im Normalbereich hinsichtlich AMOLED fehlt halt doch ein bisschen etwas. Für den alltäglichen Umgang ist das Display mehr als ausreichend und bietet eine große Fläche für die diversen Tätigkeiten. Ist die Helligkeit auf 100% um ein sehr schönes Bild zu haben, ist der Akku auch dementsprechend schnell leer gesaugt.
Man sollte sich daher entscheiden ob einem die Akkulaufzeit oder doch das multimediale Erlebnis wichtiger ist.
Was klar sein sollte, dass man das Display nicht mit einem Retina Display oder einem mit AMOLED vergleichen kann, wenn man dies nicht tut kann man sehr zufrieden damit sein!
Die Tasten
HTC hat sich hinsichtlich Hardwaretasten sehr zurück gehalten. Wo es beim iPhone 4 noch 5 Tasten sind, sind es beim Incredible S nur mehr zwei. Die Lock-Taste und die Lauter/Leiser-Taste. Alle anderen Tasten sind mittels Touchtasten gelöst worden. Hier hat sich HTC ein kleines Gimmik einfallen lassen. Die Tasten sind allesamt über ein extra Display realisiert worden. Wenn man nun das Telefon im Querformat benützt, drehen sich auch die Tasten mit. Nette Idee, wenn auch nur eine kleine Spielerei. Ansonsten, sind die Touchtasten gut erreichbar und wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat auch ohne Hinsehen bedienbar.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, ist eben so.
Die Kamera
8 Megapixel. Das ist mal eine Ansage, doch fragt sich ob hier die Megapixel auch etwas über die Qualität aussagen. In diesem Fall tun sie es, die Qualität der Fotos ist selbst beim Zoomen am Computer noch zufriedenstellend. Bei Tag funktioniert die Kamera wirklich perfekt und macht nicht nur einen Schnappschuss sondern auch ernstzunehmende Fotos welche sich auch zum Entwickeln eignen.
Bei Nacht spielt das Smartphone seine Stärken durch den Dual-Led Blitz aus. Auch wenn es für das Gegenüber sehr hell ist und meist auch störend, entstehen dank diesem Blitz auch Fotos welche man sich am nächsten Tag noch ansehen kann. Bei mir war kein einziges Foto bei Nacht überblitzt oder unscharf, ob das an mir oder an der Kamera liegt lass ich mal dahingestellt.
Die LED
Es kann nur eine geben. Es gibt auch nur eine. Dafür ist die eine für alles da und verrichtet gute Dienste. Es lässt sich so gut wie alles einstellen, wann es blinken soll, wie es blinken soll, ob es blinken soll. Ich verstehe einfach nicht, warum nicht alle Hersteller eine Benachrichtigungsled einführen. Es gibt einfach keine sanftere Methode den Nutzer über etwas zu informieren ohne, dass dieser auf das Display sehen muss. Für Besprechungen zum Beispiel perfekt. Sowas geht mir seit meinem ersten iPhone ab.
Das einzige Manko dieser LED ist, dass es immer nur die letzte Benachrichtigung darstellt. Beispiel:
Das Handy wird aufgeladen und leuchtet daher Rot, wenn nun eine SMS reinkommt sollte es eigentlich Grün leuchten, tut es allerdings nicht da das Aufladen ein dauerhafter Zustand ist. Finde ich schade, hier wäre mir eine Konfigurationsmöglichkeit lieber.
Der Akku
Entweder verbraucht Android wirklich ein bisschen mehr Akku als iOS oder die Akkus der Geräte sind knapper bestückt. Sowohl mein ehemaliges Nexus S als auch das Incredible S kommt meinem iPhone 4 einfach nicht hinterher. Einmal am Tag Aufladen ist ein absolutes Muss, wenn man das Gerät viel benutzt ist es auch kein Fehler, dass man das Gerät vielleicht auch unter Tags kurz an den Strom hängt. Wenn man das Handy ordentlich einstellt, ist ein voller Tag möglich. Auch wenn man hier Abstriche machen muss.
Fazit
HTC hat hier ein echt feines Stück an Hardware gebastelt. Mit 400 € ist man bei diesem Gerät dabei. Ein Preis/Leistungsverhältnis welches vollkommen im Rahmen ist. Man bekommt ein aktuelles Android-Gerät mit der Oberfläche HTC Sense, welches bis heute seines Gleichen sucht. Ein (fast) perfektes Gerät für die Mitteklasse!
