26/12/11

Plötzlich habe ich von dir in der Zeitung gelesen, warum?

Genau vor einer Woche am Montag, den 19. Dezember 2011, war ein überraschend großartiger Tag. Genau dies will ich nun auch mit euch teilen und einfach mal Danke sagen.

Ich absolvierte zwischen Juli 2010 und März 2011 meinen Zivildienst in der Seniorenbetreuung der Stadt Wels. Genauer gesagt, im Haus Vogelweide-Laahen. Für mich kam von Anfang an nur der Zivildienst in Frage, Bundesheer ist für mich bloße Zeitverschwendung. Dort gibts nur ein paar Herren (und mittlerweile Damen) die einfach zu wenig Ego haben und sich dies dort abholen.

Seniorenbetreuung. Ein schwieriges Thema. Anfangs haben mit Sicherheit viele Berührungsängste, es ist eine Art Eigentherapie. Man lernt ganz andere Werte kennen, man sieht die Welt dann doch ein wenig anders nach diesen 9 Monaten. Man hilft und begleitet den Menschen nicht nur täglich in seinem Alltag, man lernt auch von der Lebenserfahrung. Mich prägte diese Zeit sehr, es hilft mir auch heute noch viele Dinge nicht mehr so kritisch zu sehen.

Einen wichtigen Leitsatz habe ich in mir in dieser Zeit selbst immer wieder eingehaucht: “Man ist nicht bloß alt wenn man in die Seniorenbetreuung kommt, sondern auch pflegebedürftig”. Der Irrsinn, dass man als alte Person ins Altenheim kommt ist dabei vollkommener Blödsinn.

Die Personen benötigen Hilfe um den Alltag oder auch Lebensabend so beschwerdefrei wie nur irgendwie möglich verbringen zu können. Dies nur mal als kleinen Auszug aus meiner Zeit dort.

Als es zum Ende hin ging wurde ich von meiner Bereichsleiterin mit einer Rede überrascht, welche sie später ins Innenministerium gesendet hat. Dabei wurde ich nominiert zum Zivildiener des Jahres 2011 von Oberösterreich. Das alles passierte im März 2011. Mittlerweile bin ich wieder in meinem Beruf zurück, besuche noch oft meine Schäffchen an diese Nominierung hatte ich allerdings nicht mehr gedacht. Vor einigen Wochen bekam ich dann von meiner ehemaligen Bereichsleiterin einen Anruf, ob ich es denn schon gehört hatte. Ich hatte allerdings bis dato nichts gehört, da sich meine Adresse änderte und ich daher den Brief nicht bekam.

Ich wurde zum Zivildiener des Jahres 2011 von OÖ auserkoren und wurde nach Wien ins Bundesministerium für Inneres eingeladen. So einer Einladung folgt man gerne. Anfangs dachte ich zwar, dass dies mit Sicherheit nicht gerade eine Veranstaltung sein wird, welche mir gefällt dennoch, wir fuhren nach Wien!

Letzten Montag war es dann soweit, ich wurde ausgezeichnet. Danke dafür! Neben einer Urkunde und jede Menge Anerkennung bekam ich auch einen iPod Nano. Auch danke dafür!

Ich muss ehrlich gestehen, für mich war das was ich leistete nicht besonderes. Mir gefiel die Tätigkeit im Altenheim, mir gefiel der Umgang mit den Leuten. Für mich war auch diese Ehrung eigentlich nichts besonderes an sich. Klar freut man sich und ist es schön, aber mit soviel Anerkennung und öffentlichem Interesse hätte ich nicht gerechnet.

Kurz nach der Verleihung, bekam ich eine Presseanfrage von Radio OÖ für ein Telefoninterview. Ich sollte an diesem Tag nicht nur diese Auszeichnung bekommen, sondern sollte auch Radio OÖ´ler des Tages werden. Auch hier, danke fürs Interview, danke für diesen “Titel”. Es ist toll wenn dich Großeltern und Angehörige im Radio hören, sie sind mächtig stolz auf dich.

Neben diesem Radio-Interview war von mir auch in der Kronen-Zeitung und auch in den OÖ-Nachrichten zu lesen. Auch hier wurde ich befragt, darauf hin entstand dieser Artikel. Auch danke dafür!

Es folgte noch ein toller Nachmittag und Abend durch Wien!

Nachfolgend noch ein paar Fotos und nochmals DANKE – nun reicht es wieder für lange Zeit mit den Medien. :-)

 

Autor: Christoph

IT mit Herz und Seele. Interessiert sich für fast alles wofür Technical-Life steht und hat hier Anfangs an den Mühlen gedreht. Serienjunkie aus Überzeugung. Twitter: @technicallife

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4 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch! Mein Zivildienst war auch hammer, ich durfte so viel erleben. Vor allem die Gespräche mit den älteren Leuten gaben mir immer wieder Kraft, weil von den meisten auch in den schwersten Situationen (speziell im Rettungsdienst nicht wenig der Fall) ein Lächeln oder so von Herzen kommt, wen dies nicht freut ist entweder aus Stein oder emotionslos.

    Ich hab mir auch ein Motto für den Zivi zurechtgelegt mit dem sich jeder Tag im Dienst ziemlich leicht bewerkstelligen lies: „Der Tod ist neben dem Leben, einer unserer engeren Kollegen.“.

    Meinen Bericht kannst hier (mit den Sonderzeichen etwas anstrengend) lesen, falls es dich interessiert:
    klick

  2. Gratulier dir nochmal zu der Auszeichnung, die du dir wohl wirklich redlich verdient hast. Auch wenn es für dich “normal” erscheint, so sind gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit Menschen dankbar, wenn ihnen ein anderer vermittelt, ich bin jetzt für dich da, ich hör dir zu, ich schenk dir Aufmerksamkeit. Da hast du wohl wirklich eine Gabe dafür und kannst zu Recht stolz sein, auch von den Medien zum OÖler des Tages gekürt worden zu sein. Ich find es schön, dass dir die Menschen aus deinem Zivildienst immer noch wichtig sind und du so manchen Kontakt noch hältst… aufmerksame, sensible und humorvolle Menschen sind ein Geschenk, gut, dass es dich gibt. :)

  3. Heeey Grabi,

    Ich hab’ zufällig auf OÖNOnline den Artikel gelesen und mir gedacht, hmm.. Name und Gesicht kommen mir doch bekannt vor ;)

    Gratulation, zu deiner Ehrung!

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