25/05/13

Erfahrungsbericht: Einkaufen bei Billa und (kein) Bargeld abheben

In Deutschland beim Rewe-Konzern schon lange Gang und Gebe hat man es nun auch endlich in Österreich eingeführt. Man kauft etwas bei Billa ein und zahlt dabei mit Karte, sagt der Dame an der Kasse auch noch, dass man Geld abheben will und schon bekommt man das Geld und zahlt den Einkauf. In Deutschland gibt es dabei einen Mindesteinkaufswert von 20 Euro, in Österreich nicht. Rein theoretisch könntet ihr so nen Kaugummi kaufen und 50 Euro Bargeld abheben. Kein Problem – soweit zumindest in der Theorie. (Standard-Artikel).

Bei dieser Art der Geldbehebung ergeben sich zwei Vorteile:

  • Man muss nicht extra zur Bank um sein Bargeld abzuheben
  • Keine Bankomatgebühren da es für die Bank keine Abhebung sondern eine Zahlung ist

Heute Morgen wollte ich dann gleich mal die Theorie in die Praxis umsetzen. Der Einkauf fürs Frühstück stand an und so ging es gleich mal zum Billa um das auszutesten. Einkauf erledigt und an der Kasse angekommen sagte ich, dass ich gerne mit Karte zahlen würde mit dem Zusatz dass ich noch bitte 50 Euro Bargeld haben will. Der erste Gesichtseindruck hätte mir spätestens jetzt sagen müssen, dass dies noch lustig werden konnte. Die Verkäuferin wusste nicht von was ich rede. Nun gut, sie entdeckte am Bedienfeld einen Button und versuchte es einfach mal nach bestem Wissen und Gewissen. Logisch, funktioniert hat dies nicht. Ich zahlte meinen Einkauf mit Karte, jedoch stand am Bedienfeld beim Kartenterminal nichts von 58 dort sondern nur von 8 Euro. Ich fragte nochmal nach, ob sie denn vergessen hätte, dass ich 50 Euro abheben will. „Nein, das ist ganz normal“ bekam ich zu hören. Kartenzahlung erledigt keine 50 Euro bekommen.

Die Frau war mittlerweile sichtlich nervös und tat mir ehrlich gesagt auch ziemlich Leid, schließlich kann sie für eine schlechte Schulung seitens des Konzern nichts dafür. Es wurde der Chef gerufen, sofort kam auch noch eine zweite Mitarbeiterin dazu, die sich auch direkt dafür interessierte. Scheinbar hatte auch sie davon noch nie etwas gehört. Der Chef kam, die Mitarbeiterin fragte ihn direkt mal, wie dies denn nun funktionieren solle. Und gleich mal die beste Meldung „Keine Ahnung, ich habe da nur einen Zettel bekommen, ich hole den mal“. Super, also auch der Filialleiter hat null Ahnung. Weiter gehts mit dem Zettel und was bekam ich zu hören? „Nein das funktioniert jetzt nach dem Einkauf nicht mehr, Sie können nur Geld im Zuge eines Einkaufs abheben“. Ich so „Genau das habe ich der Mitarbeiterin auch gesagt und sogar extra nochmal vor der Kartenzahlung nachgefragt“. Die Mitarbeiterin meinte darauf nur „Ja, das stimmt!“. Na immerhin, sie sagt das gleiche wie ich, dachte ich mir. Leider brachte mir dies nur herzlichst wenig, denn vom Chef bekam ich nur zu hören „Wie gesagt jetzt ist es zu spät, kaufen Sie noch etwas, dann können Sie ihr Geld abheben“. Ich verneinte und verabschiedete mich.

Lieber Rewe-Konzern, bitte schult eure Mitarbeiter und startet erst dann die Aktion. Denn so ist es nur unangenehm für eure Mitarbeiter und gleichzeitig vergrault ihr eure Kunden!

Autor: Christoph

IT mit Herz und Seele. Interessiert sich für fast alles wofür Technical-Life steht und hat hier Anfangs an den Mühlen gedreht. Serienjunkie aus Überzeugung. Twitter: @technicallife

3 Kommentare

  1. Das wundert mich gar nicht, was du da erlebt hast. Ich hab bis vor ein paar Monaten neben dem Studium beim Billa an der Kassa gearbeitet und kann den innerbetrieblichen Informationsfluss nur als mangelhaft einstufen. Die Mitarbeiter musste sich über die aktuellen Aktionen schon selbständig im Internet informieren, da von der Marktleitung rein gar nichts kam (vermutlich wussten die es ebenso wenig) und von den Gutscheinen, die auf der Billa-Facebook-Seite ab und an zum Download bereitstehen, wusst auch keiner etwas und die Vorgesetzten konnten mir beim besten Willen nicht sagen, wie ich die denn abrechnen sollte, schlicht und einfach weil sie diese Gutscheine noch nie vorher gesehen hatten. Aber die Ausbildung für Kassakräfte beim Billa spricht ja für sich: Man sitzt acht Stunden in einer Einschulung und wird danach sofort ins Geschäft gestellt und arbeitet los, ist halt eher suboptimal.

  2. Ich habs bisher nur ein oder zwei mal beim REWE hier gemacht, da hats funktioniert. War aber auch nicht direkt nach der Einführung sondern eher Monate/Jahre später ^^“

  3. Pingback: Die Causa Billa – Update 2 | Technical-Life

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